Feuerpädagogik vs. Brandschutzerziehung

Um genau zu sein, kann hier ein abschließender Vergleich überhaupt nicht gemacht werden. Es geht auch gar nicht darum das Eine gegen das Andere auszuspielen. Sowohl Feuerpädagogik als auch Brandschutzerziehung verfolgen gleichermaßen das Ziel, Unfälle, Sach- und Personenschäden zu reduzieren.

Einen konkreten Vergleich zwischen DER Feuerpädagogik und DER Brandschutzerziehung kann man gar nicht anstellen, da es für jeden der Begriffe nicht nur EIN übergeordnetes Konzept gibt, sondern viele verschiedene. Da sich seit 1977, der offiziellen Begründung der Brandschutzerziehung durch Günther Julga, sehr viele Konzepte unterschiedlicher Qualität zu diesem Thema parallel entwickelt haben, kann ein einheitlicher Standard gar nicht mehr ausgemacht werden. Es lässt sich aber festhalten, dass ältere Konzepte andere Schwerpunkte verfolgen, als neuere. Die professionelle Brandschutzerziehung ist also in einem stetigen Prozess, überprüft, evaluiert, verändert und gleicht die neuen Konzepte den gegebenen Anforderungen an. Moderne Brandschutzkonzepte sehen die aktive Vermittlung von Feuerkompetenz ebenso als Bestandteil der Brandschutzerziehung an, wie das Einüben der Verhaltensweisen in einem Brandfall. Das war nicht immer so. Nicht selten ging es ausschließlich um das richtige Verhalten bei einem Brand. Diese Herangehensweise ist auch nicht verkehrt, sofern man davon ausgehen kann, dass die Kinder davor einen angemessen Umgang mit Feuer woanders gelernt haben. Zu der Zeit, wo die Kinder noch den Ofen anfeuern durften/mussten, waren diese Umstände noch gegeben. Heute ist das allerdings nicht mehr so. Kinder haben schlechte Vorbilder was den Umgang mit Feuer angeht. Eltern sind nicht selten verunsichert und entziehen sich dem Thema. Medien gaukeln den Konsumenten Dinge vor, die schlicht und ergreifend nicht richtig sind und teilweise fatale Folgen haben. Kinder müssen aber den Umgang mit Feuer lernen und üben. Dafür müssen sie einen geeigneten Rahmen bekommen, in dem sie sich erproben können. Moderne Brandschutzkonzepte sehen das mit vor, veraltete Konzepte sehen das nicht vor. Momentan befindet sich die Brandschutzerzieung in der ungünstigen Situation keinen festen Standard zu haben, so dass teilweise sehr gute, auf die heutigen Ansprüche angepasste Maßnahmen neben veralteten und pädagogisch recht unreflektierten Maßnahmen angeboten werden. Ohne weitere Absprachen im Vorfeld ist nicht unbedingt klar, was denn nun im Rahmen einer Brandschutzmaßnahme passieren wird.

 

Ein Teil der Feuerpädagogik befasst sich ebenfalls mit der Zielgruppe der Kinder. Feuerpädagogische Arbeit mit Kindern beinhaltet aus Sicht der Feuerpädagogik immer auch die Vermittlung von aktiver Feuerkompetenz. Kinder müssen lernen mit Feuer umzugehen. Sie müssen es als Teil ihrer eigenen Entwicklung lernen zu beherrschen. Sie müssen ebenfalls wissen, es auch zu löschen und sie müssen wissen, was in einem Brandfall zu tun ist. Feuerpädagogik mit Kindern und moderne Brandschutzkonzepte sind im Idealfall sehr ähnlich und der größte Unterschied ist der Begriff. Im Gegensatz zu der Brandschutzerziehung subsummieren sich unter dem Begriff der Feuerpädagogik allerdings nicht  X-Tausend unterschiedliche Konzepte, Vorstellungen und Maßnahmen der letzten Jahrzehnte, sondern eben eine angemessene praxisorientierte positiv besetzte Heranführung an das "Element" Feuer.